Argumentarium

Snus im Vergleich zu Zigaretten

Dass der Snus-Konsum deutlich weniger gesundheitsschädlich ist als das Rauchen, belegen wissenschaftliche Langzeitstudien aus Schweden, wo Snus seit jeher produziert, vertrieben und konsumiert werden darf. Der Konsum von Snus stellt im Vergleich zum Zigarettenrauchen ein um mindestens 90 Prozent reduziertes relatives Gesundheitsrisiko dar. Auch die World Health Organization (WHO) räumte 2008 in einer Studie ein, dass Schweden im EU-Vergleich bei nahezu sämtlichen relevanten Krebsarten, die mit Snus assoziiert werden, teilweise tiefere oder äquivalente Erkrankungsraten ausweist.

Zwar akzeptieren die Behörden die Resultate dieser Studien. Die Schweiz und die EU plädieren ungeachtet dessen für die Beibehaltung des Snus-Verbots, mit der Begründung, Snus sei der Einstieg zum Rauchen. Schwedische Untersuchungen widerlegen auch diese Sichtweise. So ist dort innerhalb von rund drei Jahrzehnten der Anteil der männlichen Raucher von 40 auf 15 Prozent gesunken – ein deutliches Indiz dafür, dass Snus ein geeignetes Hilfsmittel zum Ausstieg aus dem Rauchen darstellt. Im Endeffekt hat Snus dazu geführt, dass Schweden in der männlichen Bevölkerung die tiefste Raucherquote Europas ausweist und männliche Erwachsene in Schweden im europäischen Vergleich für die tiefste Lungenkrebsquote verantwortlich sind.

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Gesundheitspolitische Faktoren

Ein wissenschaftlicher Report der EU hält fest, dass in Schweden in der Gruppe der Snus-Konsumenten kein erhöhtes Risiko für Mundkrebs festzustellen sei. Folgerichtig hat die EU darum 2001 auf Krebswarnungen auf den Snus-Packungen verzichtet. Ebenfalls für Snus spricht, dass verarbeiteter Mundtabak bis zu 50 Prozent weniger der als krebserregend geltenden tabakspezifischen Nitrosamine enthält als Zigaretten. Und gemäss einer in der renommierten medizinischen Fachzeitschrift „Lancet“ veröffentlichten australischen Untersuchung gewinnt ein Raucher, der zu Snus wechselt, genauso viel an gesunden Lebensjahren (health-adjusted life expectancy) wie ein Raucher, der sich zur völligen Tabakabstinenz entschliesst.

Snus im Vergleich zu Kautabak

Auch im Vergleich mit anderen oralen Tabakprodukten schneidet Snus gut ab, so etwa hinsichtlich der Irritationen des Zahnfleisches. Die Erosionen sind vergleichbar jenen, welche aus dem Konsum säurehaltiger Produkte resultieren. Die temporäre leichte Rückbildung des Zahnfleisches wird von Dosierung und Intensität des Snus-Konsums bestimmt. Selbst bei einer nur kurzen Konsumabstinenz regeneriert sich das Zahnfleisch wieder. Snus weist im Durchschnitt einen pH-Wert von 7 bis 9 auf, was einer Zigarre entspricht (Zigaretten: pH-Wert +/- 5). Loser feuchter Kautabak hat hingegen einen pH-Wert von 11 – wie gängige Haushaltreinigungsmittel. Snus wird pasteurisiert, das heisst auf 100 Grad Celsius erhitzt, was Mikroorganismen und Nitrosamine eliminiert. Kautabak hingegen wird höchstens fermentiert.

Durch hohe Einfuhrgebühren greifen Snus-Käufer vermehrt zu Kautabakprodukten, die fälschlicherweise von Importeuren als Snus beworben und verkauft werden.

Geforderte Gesetzesänderung

Die bestehende Gesetzesregelung verbietet den Vertrieb von Snus in der Schweiz. Das Verbot ist unverhältnismässig, diskriminierend und gegenüber Snusern nicht gerechtfertigt. Deshalb soll es gesetzlich aufgehoben werden. Dafür sprechen folgende Fakten:

  • Der Konsum ist de facto durch die Zulassung von Importen für den Eigenkonsum bereits legalisiert;
  • Snus-Konsumenten sind verglichen mit Zigarettenrauchern einem um 90 Prozent verminderten relativen Gesundheitsrisiko ausgesetzt;
  • Beim Snus-Gebrauch entsteht kein Passivkonsum;
  • Das aktuelle Snus-Verbot diskriminiert die inländisch produzierende Industrie;
  • Der Staat generiert zusätzliche Steuereinnahmen, da kommerziell in der Schweiz vertriebener Snus zum (mindestens) gleichen Steuertarif besteuert werden kann wie Schnupftabak;
  • Andere rauchfreie Tabake wie Kau- und Schnupftabak dürfen legal produziert und verkauft werden, obwohl sie gesundheitsschädlicher sind als Snus;
  • Der Jugendschutz wird bei inländischem Verkauf zuverlässiger gewährleistet als beim Bezug über Internet oder im Ausland.